Sportlerin bindet Schnürsenkel – Schuhwahl als Faktor für Fußgesundheit und Nagelpilzprävention

Schuhe und Nagel­pilz: wie das Schuh­werk über die Nagel­ge­sund­heit ent­schei­det

Nicht nur Hygiene ent­schei­det. Der Schuh, den man täg­lich trägt, spielt eine unter­schätzte Rolle.

Nagel­pilz ent­steht nicht aus dem Nichts. Neben Hygiene und Über­tra­gungs­we­gen ist das Schuh­werk einer der am häu­figs­ten unter­schätz­ten Risi­ko­fak­to­ren. Ein Schuh, der zu eng sitzt, zu wenig atmet oder Feuch­tig­keit nicht ablei­tet, schafft genau die Bedin­gun­gen, unter denen Pilze gedei­hen: warm, feucht, dun­kel. Die­ser Arti­kel erklärt, wel­che Eigen­schaf­ten Schuhe risi­ko­be­haf­tet machen, wel­che Schuh­ty­pen beson­ders pro­ble­ma­tisch sind und wor­auf man beim nächs­ten Kauf ach­ten kann.

Warum der Schuh ein Risi­ko­fak­tor ist

Ein gesun­der Zehen­na­gel braucht Luft. Feuch­tig­keit, die sich im Schuh staut, ver­än­dert das Milieu am Nagel dau­er­haft. Die Nagel­platte wird wei­cher, kleine Ver­let­zun­gen ent­ste­hen leich­ter, und Pilz­spo­ren, die über Böden, Tex­ti­lien oder direk­ten Kon­takt über­tra­gen wer­den, fin­den opti­male Bedin­gun­gen zum Wach­sen.
Dazu kommt der mecha­ni­sche Fak­tor. Ein Schuh, der zu kurz ist oder den Vor­fuß ein­engt, drückt die Nägel kon­ti­nu­ier­lich gegen das Schuh­werk. Diese Mikro­trau­mata schwä­chen das Nagel­bett und machen es anfäl­li­ger für Infek­tio­nen. Beson­ders der große Zehen­na­gel, der am stärks­ten belas­tet wird, ist betrof­fen.
Wer viele Stun­den täg­lich in geschlos­se­nen Schu­hen ver­bringt, erhöht das Risiko allein dadurch erheb­lich. Berufs­tä­tige in Sicher­heits­schu­hen, Pfle­ge­per­so­nal in Clogs, Sport­ler in engen Lauf- oder Fuß­ball­schu­hen: Diese Grup­pen sind über­durch­schnitt­lich häu­fig von Nagel­pilz betrof­fen.

Eigen­schaf­ten, die Schuhe risi­ko­be­haf­tet machen

Nicht jeder pro­ble­ma­ti­sche Schuh ist auf den ers­ten Blick als sol­cher erkenn­bar. Die ent­schei­den­den Fak­to­ren sind Mate­rial, Pass­form und Feuch­tig­keits­ma­nage­ment.

Mate­rial

Syn­the­tik staut Feuch­tig­keit, Natur­ma­te­ria­lien las­sen sie ent­wei­chen.

Schuhe aus Kunst­le­der oder voll­syn­the­ti­schen Mate­ria­lien las­sen kaum Luft durch. Die Feuch­tig­keit, die der Fuß über den Tag abgibt, bleibt im Schuh. Natur­ma­te­ria­lien wie Glatt­le­der, Nubukle­der oder Tex­til­ge­webe sind atmungs­ak­ti­ver. Das voll­stän­dige Ver­hin­dern von Feuch­tig­keit ist auch bei Natur­ma­te­ria­lien nicht mög­lich, aber der Unter­schied im Feuch­tig­keits­ma­nage­ment ist mess­bar und rele­vant.

Pass­form

Zu eng ist genauso pro­ble­ma­tisch wie zu weit.

Ein zu enger Schuh drückt die Zehen zusam­men und belas­tet die Nägel mecha­nisch. Ein zu wei­ter Schuh lässt den Fuß rut­schen, was eben­falls Rei­bung und Mikro­ver­let­zun­gen ver­ur­sacht. Die opti­male Pass­form lässt einen klei­nen Spiel­raum vor den Zehen, hält die Ferse sicher und engt den Vor­fuß nicht ein. Das gilt beson­ders für Schuhe, die viele Stun­den am Tag getra­gen wer­den.

Feuch­tig­keits­ma­nage­ment

Sohle und Innen­fut­ter ent­schei­den, wie schnell Nässe abge­baut wird.

Schuhe ohne Belüf­tung oder mit nicht-absor­bie­ren­dem Innen­fut­ter hal­ten Feuch­tig­keit dau­er­haft am Fuß. Moderne Sport­schuhe sind hier oft bes­ser als klas­si­sche Stadt­schuhe: Viele ver­fü­gen über Mesh-Zonen, atmungs­ak­tive Mem­bra­nen oder wech­sel­bare Ein­le­ge­soh­len. Ent­schei­dend ist, dass der Schuh nach dem Tra­gen aus­rei­chend trock­net.

Kon­krete Schuh­ty­pen im Über­blick

Sicher­heits­schuhe und Arbeits­schuhe

Hohes Risiko durch enge Pass­form, schwe­res Mate­rial und lange Tra­ge­dauer.

Sicher­heits­schuhe erfül­len Schutz­funk­tio­nen, die Kom­pro­misse beim Kom­fort und der Belüf­tung erfor­dern. Wer täg­lich acht Stun­den oder mehr in sol­chen Schu­hen arbei­tet, sollte beson­ders auf wech­selnde Socken, Schuh­trock­ner und regel­mä­ßige Nagel­pflege ach­ten. Einige Her­stel­ler bie­ten inzwi­schen Modelle mit ver­bes­ser­ter Belüf­tung an.

Sport­schuhe

Gerin­ges Risiko bei guter Pass­form, hohes Risiko bei fal­scher Größe oder Dau­er­ein­satz.

Moderne Lauf­schuhe sind in der Regel gut belüf­tet und auf Feuch­tig­keits­ma­nage­ment aus­ge­legt. Das Risiko ent­steht durch fal­sche Grö­ßen­wahl, vor allem bei Läu­fern, die eine Num­mer klei­ner kau­fen als emp­foh­len, sowie durch zu lan­ges Tra­gen ohne Tro­cken­pause. Fuß­ball­schuhe sind auf­grund ihrer engen Schnitt­form und des dich­ten Mate­ri­als deut­lich pro­ble­ma­ti­scher als Lauf­schuhe.

Pumps und hoch­ha­ckige Schuhe

Mecha­ni­scher Druck auf die Zehen ist der Haupt­ri­si­ko­fak­tor.

Enge Zehen­bo­xen und hohe Absätze ver­la­gern das Kör­per­ge­wicht auf den Vor­fuß und pres­sen die Zehen dau­er­haft zusam­men. Das erhöht den mecha­ni­schen Druck auf die Nägel erheb­lich. Wer sol­che Schuhe täg­lich und über viele Stun­den trägt, sollte auf regel­mä­ßige Nagel­pflege und aus­rei­chende Tra­ge­ab­wechs­lung ach­ten.

San­da­len und offene Schuhe

Gerin­ges Feuch­tig­keits­ri­siko, aber kein Schutz vor Pilz­über­tra­gung in öffent­li­chen Berei­chen.

Offene Schuhe las­sen die Nägel atmen und bauen Feuch­tig­keit schnell ab. Das redu­ziert das pilz­för­dernde Milieu deut­lich. Das Risiko ver­la­gert sich auf die Über­tra­gung: Wer in Schwimm­bä­dern, Fit­ness­stu­dios oder Umklei­den bar­fuß läuft, setzt sich Pilz­spo­ren aus, auch wenn die Nägel ansons­ten tro­cken blei­ben.

Was man beim Schuh­kauf kon­kret beach­ten kann

Ein paar grund­le­gende Kri­te­rien hel­fen, das Risiko beim Kauf zu sen­ken. Schuhe soll­ten nach­mit­tags oder abends anpro­biert wer­den, wenn der Fuß leicht geschwol­len ist. Das ent­spricht eher dem Zustand nach einem lan­gen Arbeits­tag und gibt ein rea­lis­ti­sche­res Bild der Pass­form.
Der Zehen­be­reich sollte min­des­tens einen Zen­ti­me­ter Spiel­raum vor dem längs­ten Zeh las­sen. Mate­ria­lien wie Glatt­le­der, Nubuk oder atmungs­ak­tive Tex­ti­lien sind syn­the­ti­schen Innen­fut­tern vor­zu­zie­hen. Wech­selnde Schuhe, die Zeit zum voll­stän­di­gen Trock­nen haben, sen­ken die Feuch­tig­keits­be­las­tung pro Paar erheb­lich.
Ein­le­ge­soh­len mit anti­mi­kro­biel­ler Aus­rüs­tung oder aus Natur­ma­te­ria­lien wie Kork kön­nen das Milieu im Schuh ver­bes­sern. Sie erset­zen keine aus­rei­chende Tra­ge­zeit für das Trock­nen, sind aber eine sinn­volle Ergän­zung. Wer bereits Anzei­chen von Nagel­pilz bemerkt, fin­det in unse­rem Arti­kel Nagel­pilz erken­nen eine Über­sicht der frü­hen Zei­chen sowie auf Über Nagel- & Fuß­pilz wei­ter­füh­rende Infor­ma­tio­nen zu Ursa­chen und Über­tra­gungs­we­gen.

Schuhe pfle­gen und rich­tig trock­nen

Auch der beste Schuh ver­liert sei­nen Vor­teil, wenn er nicht gepflegt wird. Schuhe, die nach dem Tra­gen nicht aus­rei­chend trock­nen, akku­mu­lie­ren Feuch­tig­keit und wer­den selbst zur Infek­ti­ons­quelle. Schuh­trock­ner, Zei­tungs­pa­pier als Feuch­tig­keits­ab­sor­ber oder ein­fa­ches Lüf­ten über Nacht sind ein­fa­che Maß­nah­men mit mess­ba­rer Wir­kung.
Wer wie­der­holt Nagel­pilz ent­wi­ckelt, sollte auch den Zustand sei­ner Schuhe über­prü­fen. Bereits kon­ta­mi­nierte Schuhe kön­nen Pilz­spo­ren über Monate hal­ten. Spe­zi­elle Schuh­des­in­fek­ti­ons­mit­tel oder UV-Tro­cken­ge­räte sind hier eine sinn­volle Inves­ti­tion.

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